Greenland 2018

Mai, 2018

St. Kilda oder auch nicht

Mittlerweile sind wir gut drei Tage unterwegs.
Gemütlich ging es los, viel Sonne, kaum Wind. Astrid rauscht in der
ersten Nacht mit über 10 kn über Grund zwischen Mull of Kintyre und
Verkehrstrennungsgebiet hindurch. Uli segelt mit Motorunterstützung
westl. Islay auf der Stelle.
Draußen treibt dann keine Gezeitenströmung mehr zurück. Wind lässt
allerdings weiter auf sich warten. Immer wieder wird der Diesel
angeschmissen. Einen Wal sichten wir, Delphine und Basstölpel schauen
neugierig vorbei. Unser Ziel St. Kilda, eine Insel rund 30 sm westlich
der äußeren Hebriden. Die passende Seekarte besitzen wir seit Jahren,
dorthin geschafft haben wir es bisher nicht.
Die kleine Inselgruppe ist seit 1930 nicht mehr bewohnt, nur Ranger
bewachsen dass Vogelparadies. Es gibt nur eine Ankerbucht auf der
Südseite, von dort ist bei ruhigem Wetter Landgang möglich. Diese
Aussichten lassen uns die Flautenstunden gelassen nehmen. Auch wenn der
Diesel nicht für ein durchmotoren bis Island reichen wird.

Gestern Abend dann endlich der angekündigte Wind, allerdings nicht nur
3-4 Bft bzw. bis zu 5 Bft wie angesagt, sondern mehr. Und leider genau
gegenban.Wir kreuzen in die Nacht hinein. Wenn es mit dem Morgenlicht
ruhiger wird, so hoffen wir, können wir St. Kilda anlaufen.
Gegen Abend erscheint die Insel am Horizont.
Nachts um 03:00 Uhr St. Kilda voraus, im Nebel nicht zu sehen, Wind
weiterhin 6 Bft.
Schweren Herzens entscheidet Skipperin Astrid Kurs Island zu nehmen, der
Zwischenstopp muss ausfallen.
Von St. Kilda ist im Nebel immer noch nichts zu sehen. Nur auf dem
Radarbild erscheinen die Konturen.

Vielleicht klappt ein Besuch auf dem Rückweg.

Eine Stunde später: Der Nebel reißt kurz auf, blauer Himmmel, St. Kilda
in Sicht. Vor rötlichem Morgenhimmel, halb zugedeckt von
einer flachen Wolkendecke. Wir genießen den Moment, dann hat der Nebel
uns wieder.

Nach den zwei faulen und gemütlichen Schwachwindtagen muss das Bordleben
sich jetzt auf Seegang, ein Wasser überspültes Vorschiff und Ölzeug
tragen einstellen.
Wir sind alle gut beschäftigt. Neben Kommunikation, Wetterinfos
zusammentragen, alles an und unter Deck sichern, ärgern wir uns über
erste Schäden wie eine gebrochene Schelle am Scoutermast
(Windgenerator), eine nicht ganz rund laufende Heizung (neue doch noch
auf Island einbauen?).

Eben ist die Fock noch gerissen. Zum Glück ist sie noch gerefft nutzbar.
Wenn es ruhiger wird muss genäht werden. Und am besten Ersatz her.
Also ist morgen einiges zu organisieren.

Wohlauf sind wir übrigens auch, Zeit zum Schlafen finden wir
zwischendurch ebenfalls.

Grüße von der LUNA Crew

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Endlich

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Endlich – es geht los!

Mit ablaufenden Wasser werden wir gleich Ardrossan, unseren Winterlagerhafen verlassen. An Bord sind Uli, Jens und Astrid. Wir freuen uns auf eine gemütliche Überfahrt, reichlich frischen Fisch und Sonnenschein.

Die letzten Tage waren voll mit Arbeit und zahlreichen kleinen, teils lustigen Pannen. So haben wir beim Versuch zu Tanken gleich 4 Zapfsäulen außer Betrieb gesetzt. Grund war, dass man nicht mehr als 2 Kanister befüllen darf. Das intelligente System (ist das wirklich schlau?) hat dann jede Säule an der wir es weiter probiert haben gesperrt. Die Autofahrer waren wenig begeistert… Ein ähnlicher Reinfall waren die Einlkaufswagen: Überfährt man eine rote Linie, blockiert ein Rad und es geht nicht weiter. Also mussten wir einen Hafenwagen holen, umladen und die blockierten Wagen zurück tragen. Alles nicht so tragisch, aber die Zeit vergeht wie im Fluge.

Mühe hat es uns zudem gekostet, alle neuen und alten elektronische Geräte zum Laufen zu bringen. Das Radargerät funktioniert im Cockpit letztendlich doch nur mit fliegendem Kabel (alle gekauften längeren Kabel geben kein Signal, warum auch immer). Unsere Inmarsat C-Anlage läuft garnicht mehr (Grund unbekannt). Dafür funktioniert das neue Navtex wunderbar (WIBE-Box). Leider konnte ich die Demo-Version der WetterViewer-Software nicht runterladen (Ursache ungeklärt). Kartenplotter mit den neuen elektronischen Karten für Grönland läuft, GoPro funktioniert (Test waren Unterwasseraufnahmen vom Kiel der MONI 6). Motor und Heizung sowie der endlich umgebaute Petroleumkocher funktionieren problemlos. Usw. usf. – die to-do-Liste ist größtenteils aber nicht völlig abgearbeitet. Diesen Kleinigkeiten können wir uns unterwegs widmen.

Ahoi!

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Luna schwimmt

Gestern früh war Krantermin. Um 9:15 Uhr kam der Travellift, hat Luna vorsichtig angehoben, von der Winterlagefläche zum Hafen gefahren und an das nasse Element übergeben. Ging alles schnell und glatt, nach 1 Stunde lagen wir am Liegeplatz.

Inzwischen ist das Großsegel angeschlagen, alle Fallen usw. sind angebracht und die neue Halterung für die Dieselkanister konnte unter Fluchen halbwegs montiert werden.

Heute machen wir einen Ausflug nach Largs. Dort gibt es eine Chandlery; wir brauchen noch Ersatzpatronen für unsere Rettungswesten, Gummistiefel für die Crew und Tide Tables.

Das Wetter hier ist völlig unschottisch: Sonne pur, heiß, kein einziger Regentropfen in Sicht.

 

 

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Kurz vor dem Start

Wichtiger Punkt vor der Abfahrt: Kommunikation sichern

Also die Iridium SIM Karte aktivieren, Inmarsat C testen und natürlich einen blog einrichten.

LUNA wartet auf den Krantermin am 24.05. mit Blick Richtung Westen, fertig vorbereitet und gestrichen. Den Winter in Glasgow hat sie gut überstanden.

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