Greenland 2018

Nordsee – uns wird nie langweilig

Freitag Nachmittag haben wir Inverness verlassen, um unsere letzte große Etappe anzugehen. Mit an Bord ist wieder das Glück, dass auf dieser Reise offensichtlich gerne bei uns ist. Sonntag Nacht zieht ein erstes Sturmtief nördlich von uns Richtung Norwegen und bringt uns bei gut 7 Windstärken zügig voran. LUNA mag es, wenn der Wind nicht zu knapp ist und läuft voll runter gerefft mit 5-6 kn. Wir schieben gut Lage und es ist nass und unbequem (Kochen macht so definitiv keinen Spaß). Wir sind froh, dass wir vorher gut voran gekommen sind und so nicht den vollen Wind abbekommen. Schon am Abend flaut es ab.
Kurz nach Einbruch der Dunkelheit reicht der Wind nicht mehr aus um uns voran zu bringen. Wir starten den Motor. Der geht nach ein paar Minuten aus und nicht wieder an. Diesmal liegt es nicht daran, dass Luft in der Leitung ist. Leider müssen wir feststellen, dass alle Filter und Leitungen mit Seewasser voll sind. Ursache muss sein, dass in den frühen Morgenstunden das übergehende Wasser nicht schnell genug abgelaufen und über die Tankentlüftung in den Dieseltank gelaufen ist. Das hatten wir noch nie! Nachdem ich geschätzte 15-20 Liter Wasser abgepumpt habe, kommt noch immer nur ein dreckiges Diesel-Wasser-Gemisch aus dem Tank. Die weitere Problemlösung verschieben wir auf den nächsten Morgen. Wir holen uns über das Satellitentelefon Beratung von Ingo, unserem Lieblingsmechaniker ein und legen hoch motiviert los. Uli und Carola bauen die Batterien aus und die darunter liegenden Dieselleitungen vom Tank ab. Ich installiere mit einem 20 Liter Kanister in der Backskiste einen Tagestank und lege sämtliche Leitungen und Filter trocken. Derweil steuert uns Eshana bei gutem Segelwind durch die sonnenbeschienende Nordsee. Gut, dass es ruhig und trocken ist, so können wir problemlos arbeiten. Das letzte Wasser drücken wir durch die losgeschraubten Einspritzdüsen raus, indem wir den Motor unter Vollgas juckeln lassen. Rostiges Wasser sickert heraus, dann kommt Diesel. Nachdem die Düsen wieder zu geschraubt sind wagen wir einen Startversuch. Und der Motor springt an! Wir können unser Glück kaum fassen. Das war leichter als gedacht. Der Mercedes schnurrt wie immer, läuft völlig rund und zufrieden.
(Astrid, 17. September)

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